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Gemeinsame Stellungnahme der LChG und des BLC zur Situation der Ausbildungsplätze für staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker/innen

In den vergangenen Jahren wurden von der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG) und dem Bundesverband der Lebensmittelchemiker/innen im öffentlichen Dienst e.V. (BLC) bereits mehrfach, insbesondere auch durch Initiative der AG Junge LebensmittelchemikerInnen, auf die alarmierende Ausbildungssituation staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker/innen im sogenannten praktischen Jahr aufmerksam gemacht. In diesem Zusammen-hang wurden sowohl eine einheitliche Ausbildung wie auch eine Erhöhung der Zahl der Aus-bildungsplätze gefordert. Um diese Diskussion und den Bedarf an die verantwortlichen Stellen zu adressieren, haben sich die Vorstände der LChG und des BLC in den vergangenen Monaten mit mehreren Schreiben an die für die Ausbildung zuständigen Obersten Landesbehörden gewandt. Die Länder wurden darin unter anderem gebeten, die jeweils aktuelle Anzahl an Ausbildungsplätzen mitzuteilen und auch mögliche Planungen für eine Erhöhung oder Verringerung mitzuteilen.

Eine Auswertung dieser aktuellen und geplanten Ausbildungszahlen für staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker/innen ist in Tabelle 1 dargestellt. Neben den absoluten Ausbildungs-zahlen je Land ist ergänzend auch ein sogenannter Ausbildungsindex angegeben (Anzahl der aktuellen Plätze dividiert durch den sogenannten Königsteiner Schlüssel). Zahlreiche Abkommen bzw. Vereinbarungen z. B. zur Regelung der Verteilung von Lasten greifen in-zwischen auf den Königsteiner Schlüssel zurück. Diese relative Zahl berücksichtigt damit auch die Einwohnerzahl und das Steueraufkommen des jeweiligen Landes und spiegelt folglich die Möglichkeiten aber auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder wider, sich an der Ausbildung staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker/innen zu beteiligen.

Zusätzlich wurde von der LChG und dem BLC erstmalig auch ein Ausbildungsziel formuliert, das nach Einschätzung der beiden Verbände die notwendige Mindestanzahl an Ausbildungsplätzen vorgibt. Dieser Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass langfristig etwa 75 % der Absolventen des Studiums der Lebensmittelchemie die Möglichkeit erhalten sollten, die Ausbildung zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker zu durchlaufen, um den Bedarf aller Einsatzbereiche nachhaltig decken zu können - d. h. nicht nur der amtlichen Lebensmittelkontrolle sondern auch der freien Handelslaboratorien und, zur Erfüllung der Eigenkontrollpflicht, der Lebensmittelwirtschaft. Nur so können nach Einschätzung beider Organisationen auch in Zukunft die hohen Standards der Lebensmittelsicherheit in Deutschland gewährleistet werden.

Bezogen auf die durchschnittlichen Studierendenzahlen der letzten vier Jahre ergibt sich damit aktuell eine bundesweit erforderliche Mindestanzahl von 267 Ausbildungsplätzen. Dem gegenüber stehen zurzeit lediglich 224 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Sollten außerdem die Ankündigungen einzelner Länder umgesetzt werden, ihre Ausbildungskapazitäten z. T. deutlich zu reduzieren bzw. sich weiterhin nicht an der Ausbildung zu beteiligen, sinkt die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze künftig sogar auf nur noch 185 Plätze. Diese Zahl unterschreitet den geschätzten Bedarf um fast ein Drittel und gefährdet damit die künftige Einhaltung der hohen Lebensmittelsicherheitsstandards in Deutschland und den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.

LChG und BLC werden sich daher auch weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, die Ausbildungssituation für staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker/innen zu verbessern und die Länder um eine angemessene Beteiligung an diesem Prozess zu bitten.

Im September 2015

Diese Stellungnahme kann hier als PDF-File heruntergeladen werden.

Die zugehörige Anlage kann hier als PDF-File heruntergeladen werden.

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