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Erste Dreiländerfortbildung Südwest – ein neues Erfolgsmodell

Am 26. und 27. Juni fand in Mannheim die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Landesverbände der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland statt. Im vergangenen Jahr hatte Werner Altkofer, der Schatzmeister des LBW, die Idee, eine solche Veranstaltung nach dem bewährten Vorbild der Landesverbände im Osten – Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – durchzuführen. Er erhielt sofort die Zustimmung der Landesvorstände und machte sich an die Organisation.

Im Hotel Europa in Ludwigshafen fanden sich am Freitagvormittag rund 40 interessierte Mitglieder ein. Sie erwartete ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm mit aktuellen und spannenden Themen sowie ein schönes Rahmenprogramm.

Nach der Begrüßung durch den LBW-Vorsitzenden, Dr. Otmar Fröhlich, überbrachte Petra Mock, die Leiterin des Referats für Lebensmittelüberwachung im MLR Baden-Württemberg, die Grüße des Ministeriums. Sie betonte, wie wichtig regelmäßige Fortbildung für das Kontrollpersonal ist und bedankte sich ausdrücklich für die Initiative der drei Landesverbände. Sie sagte, diese Veranstaltung sei bereits jetzt ein Erfolgsmodell, wie die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten.

Anschließend gab Katharina Adler vom BMEL beim ersten Vortrag einen Überblick über die Gesetzgebung zu Lebensmittelkontaktmaterialien auf europäischer und nationaler Ebene. Es ging dabei um die bestehenden und bevorstehenden Rechtsvorgaben für diese Produktgruppe, insbesondere auch um die langwierige Gesetzgebung für Druckfarben und Mineralöl.

Nach der Mittagspause schaffte es Eva Scharfenberg vom BVL, die Zuhörerinnen und Zuhörer so in ihren Bann zu ziehen, dass niemand einnickte. Sie hat ihre Begeisterung und ihre Erwartungen an eFI, das bundesweite Pilotprojekt zum Risikomanagement, mit großem Elan vorgetragen. Es gab anschließend eine angeregte, teilweise auch kontroverse Diskussion, ob die Ziele tatsächlich erreichbar sein werden, was dabei auf die Behörden und Untersuchungsämter zukommt und wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis aussieht.

Vortrag eFI

Der dritte Teil des ersten Tages befasste sich mit dem Stand der Einrichtung von interdisziplinären überregionalen Kontrollteams in den Bundesländern. Detlef Huhle vom MLR stellte die Hintergründe und den Stand der Umsetzung in den verschiedenen Ländern dar und stellte die Eckpunkte des Landeskontrollteams Lebensmittelsicherheit (LKL-BW) vor, das zurzeit in Baden-Württemberg personell besetzt wird und in Kürze seine Arbeit aufnehmen soll. Anschließend zeigte Peter Vogel vom LUA Rheinland-Pfalz, an dem die Interdisziplinäre Kontrolleinheit Rheinland-Pfalz (IKER) angesiedelt ist, die dortigen Rahmenbedingungen von IKER und deren erste Arbeitsergebnisse. Zum Abschluss des Tages gab Bärbel Hergeth vom LGL Bayern einen Überblick über die langjährigen Erfahrungen der Spezialeinheit Lebensmittelsicherheit Bayern. Drei verschiedene Länder, drei verschiedene Größen und Alter der Kontrollteams – aber ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung des Verbraucherschutzes durch neue Wege und neue Strukturen. Mein Fazit dieser spannenden Vorträge war, dass diese Länderteams sich unbedingt regelmäßig austauschen müssen, wie sich dies beispielsweise bei den Landeskontaktstellen für Schnellwarnsysteme inzwischen etabliert hat.

Ohne Verschnaufpause ging es nun direkt zur Stadtführung durch Mannheim. In zwei Gruppen erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr viel über diese Stadt. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im Biergarten des Eichbaum Brauhauses genossen alle den lauen Sommerabend.

Am Samstagvormittag stellte zuerst Birgit Bienzle vom MLR den aktuellen Stand der Revision der Kontrollverordnung vor. Sie gab dabei nicht nur einen Überblick über die Entwicklung der Kontrollvorgaben und den Inhalt des Kommissionsentwurfs aus 2013, sondern gewährte auch einen Blick hinter die Kulissen von Brüssel. Sie erlebt die Entwicklung dieser Verordnung hautnah als Bundesratsvertreterin und konnte so ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Die vielen Fragen zeigten das rege Interesse an dem Thema.

Der letzte Vortrag befasste sich mit der Lebensmittelinformationsverordnung (VO (EU) Nr. 1169/2011) und dem Stand der Umsetzung in Deutschland. Dr. Franz Winkler vom RP Freiburg gab dabei eine Zusammenfassung der Inhalte einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung in Baden-Württemberg. Leider ist die nationale Durchführungsverordnung noch immer nicht in Sicht, so dass er darüber keine Neuigkeiten berichten konnte.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine „Zugabe“. Eckard Bösch vom LGL gab spontan einen anschaulichen und kurzweiligen Einblick in Kontrollen bei Käsereibetrieben in Bayern. Nach dieser „Vorspeise“ verabschiedeten die beiden Vorsitzenden der Landesverbände Saarland und Rheinland-Pfalz, Saskia Both und Dr. Christine Schleich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie dankten den Referentinnen und Referenten und allen, die an der Vorbereitung und Organisation beteiligt waren.

Es wird sicher eine Fortsetzung der Dreiländerfortbildung Südwest geben. Allerdings sind ausreichende Fortbildungsmittel auch bei knappen Haushaltskassen unabdingbar – und zwar nicht nur für diejenigen Berufsgruppen, für die es Vorgaben für Pflichtfortbildungen gibt.

Die Kontrollverordnung 882/2004 schreibt seit über 10 Jahren vor, dass das in der Lebensmittelüberwachung eingesetzte Kontrollpersonal eine seinem Aufgabenbereich angemessene Ausbildung bzw. Schulung erhalten muss, die es dazu befähigt, seine Aufgaben fachkundig wahrzunehmen und amtliche Kontrollen sachgerecht durchzuführen. Die Lebensmittelkontrollpersonen müssen von den Dienststellen aber auch ermöglicht bekommen, regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen, um ihre berufliche Kompetenz in Bezug auf die zur Ausübung ihrer Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten laufend zu aktualisieren und zu erweitern.

Der BLC, unser Bundesverband, setzt sich daher bereits seit Jahren dafür ein, dass auch für Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker der amtlichen Lebensmittelkontrolle eine entsprechende Fortbildungsverpflichtung mit Nachweispflicht bundesrechtlich festgeschrieben wird. Die drei Landesverbände unterstützen diese Forderung und betonen, dass von den Berufsverbänden organisierte Fortbildungsveranstaltungen ein mit entsprechenden Finanzmitteln ausgestattetes Fortbildungskonzept der Dienststellen keineswegs ersetzen kann. Die Länder sind hier in der Pflicht!

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Otmar Fröhlich
1. Vorsitzender des LBW
Bellenwaldweg 22
77652 Offenburg
+49 (0) 781 - 251 94
  o.froehlich@lebensmittel.org

 

Der Flyer des LBW:

 

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