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Aus der Arbeit des LCH-Vorstandes

Seit der Gründung führte der Vorstand des Landesverbands der Lebensmittelchemiker im öffentlichen Dienst Hessen - Fachgruppe des BTB - Gespräche mit der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger, dem Staatssekretär Winfried Seif, dem Leiter der Abteilung Lebensmittelüberwachung im hessischen Sozialministerium, sowie mit Vertretern aller Parteien (CDU, SPD, FDP und Die Grünen/Bündnis 90) im Sozialausschuss des Hessischen Landtags über die Situation der Lebensmittelchemiker/innen im öffentlichen Dienst und über den gesundheitlichen Verbraucherschutz in Hessen.


Vor einiger Zeit wurde die Abteilung "Verbraucherschutz" in Hessen und damit auch der nachgeordnete Landesbetrieb Hessisches Landeslabor dem Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) zugeordnet. Der Vollzug der Lebensmittelüberwachung wurde im Jahre 2004 an die Kreise und kreisfreien Städte abgetreten und dort in den kommunalen Verwaltungsbereich eingegliedert.

In Hessen sind Lebensmittelchemiker/innen im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor, im Regierungspräsidium Darmstadt und in der Fachabteilung des HMUELV vertreten. Der LCH hält eine Beschäftigung von Lebensmittelchemiker/innen auch bei den beiden Regierungspräsidien in Gießen und Kassel (Mittelbehörden) und im Vollzug der Lebensmittelüberwachung vor allem in den Ballungsgebieten für unverzichtbar, um Effektivität und Effizienz des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Hessen zu gewährleisten und zu verbessern. Die bisher in diesen Behörden auf dem Lebensmittelsektor ausschließlich tätigen Veterinärmediziner/innen sind bezüglich Lebensmitteln tierischer Herkunft und in Fragen der Hygiene fachlich hochkompetent. Lebensmittelüberwachung geht jedoch weit über diese Bereiche hinaus. Nicht nur der Handel mit Obst und Gemüse, die Herstellung von Getränken, Säuglingsnahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln, eben der Bereich der "pflanzlichen Lebensmittel" gehören dazu, sondern auch weitere Warengruppen wie Verpackungsmaterial für Lebensmittel, Spielzeug, Reinigungsmittel oder kosmetische Produkte. Hier sind immer häufiger Fragen zu technologisch-toxikologischen Zusammenhängen zu beantworten, wie z. B. die Minimierung der Gehalte der cancerogenen Substanz Acrylamid in Pommes frites oder Chips während des Frittierprozesses. Solche Fragen lassen sich besser lösen, wenn Lebensmittelchemiker/innen auch im Vollzug und in den Mittelbehörden ihre Fachkompetenz einbringen.

Die staatliche Untersuchung und Überwachung ist eine wichtige Säule der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes. Gerade im Zusammenhang mit den in Privatlaboratorien mangelhaft durchgeführten BSE-Untersuchungen in Bayern und Rheinland-Pfalz haben sich die Schwächen einer Privatisierung dieses politisch sensiblen Bereichs gezeigt. Der LCH sprach sich daher ausdrücklich gegen eine Privatisierung der Laborleistungen im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung aus und betonte, dass darüber hinaus auch die Kompetenz zur wissenschaftlich fundierten Begutachtung von Untersuchungsergebnissen in Hessen erhalten bleiben muss. Dies schließt jedoch nicht aus, dass das Land Hessen in begründeten Einzelfällen Untersuchungsaufträge durchaus auch an private Laboratorien vergeben kann, sofern Qualität und Kontrolle durch staatliche Untersuchungseinrichtungen gewährleistet sind.

Der Vorstand des LCH fand bei allen Gesprächspartnern ein offenes Ohr für seine Konzepte und Vorschläge. Er wird den Dialog mit den Entscheidungsträgern im Sinne seiner Konzepte und Ziele fortsetzen.